
Im Jahr 1953 taten sich unter der Leitung
von Sepp Schierl sen. einige junge Burschen
zusammen, um an die alte Musiktradition in
Grafing wieder anzuknüpfen und einen Spiel-
mannszug ins Leben zu rufen.
Der Wunsch dieser jungen Männer war es,
dass der Spielmannszug die Stärke von 20
Mann nicht übersteigen und sich nur auf
Marschtrommeln und Querpfeifen beschrän-
ken sollte.
Anlass zu dieser Wiedergründung war auch
die im selben Jahr vorgesehene Stadterhe-
bung von Grafing am 27. Juni 1953.
Es wurde eifrig geprobt und geübt, bis die
Feldschritte und ersten Märsche aufführungs-
reif waren. Den ersten Auftritt hatte der neu gegründete Spielmannszug in Zorneding. Noch im gleichen
Jahr wurde dieser auch erstmalig zur Teilnahme am alljährlichen Trachten- und Schützenfestzug des
Münchner Oktoberfestes eingeladen, bei dem der Spielmannszug seitdem jedes Jahr mitwirkt.
Das 15-jährige Jubiläum 1968 war das erste große
Fest seit der Gründung des Spielmannszuges. Da
sich im Laufe der Jahre der Wunsch eingestellt hatte,
die instrumentale Besetzung zu erweitern, stiftete
Frau Emmy Butzke von der Firma Glas zum Jubiläum
die erste zweireihige Lyra.
Im Jahre 1976 kam eine weitere Lyra, gestiftet vom
damaligen Bezirkskaminkehrermeister Josef Anger-
meier aus Grafing, hinzu.
Im Jahre 1972 gesellten sich auch erstmals weibliche Mitglieder zum Spielmannszug. Die Gesamt-
stärke des Vereins beläuft sich seither auf eine relativ konstante Zahl von 38 Personen. Dabei
übersteigt die Anzahl der weiblichen Mitspieler schon länger die der Männlichen.

Trotz einiger Schwierigkeiten bezüglich des
Generationenwechsels konnte der Verein am 5. Sep-
tember 1993 mit einem gemütlichen kleinen Spiel-
mannszugtreffen und 15 befreundeten Musikzügen aus
Nah und Fern sein 40-jähriges Bestehen feiern.
Beflügelt durch das gute Gelingen des 40-jährigen
Jubiläums hatte auch der Nachwuchs wieder mehr
Interesse am Vereinsleben.
Es wurden mit den Jugendlichen einige Ausflüge
unternommen und so konnten sie gut in die Gemein-
schaft des Spielmannszuges integriert werden.
Gerade heutzutage wird besonderer Wert auf die
Jugendarbeit gelegt, da der Nachwuchs das Rückgrat
eines jeden Vereins ist.
Auch das Repertoire wurde stetig erweitert. So können zur Zeit 22 Musikstücke zum Besten gegeben
werden. Mit den steigenden Anforderungen der Musikstücke stiegen auch die Anforderungen an die
Ausbildung der Mitspieler. Durch das Engagement von Stefan Meilinger als Musikwart erhielten die
Gemeinschaftsproben neuen Schwung. Es kamen auch immer mehr moderne Stücke hinzu.

Im Anschluss an das 40-jährige Jubiläum 1993 wurde der
Gedanke geboren, einmal im Jahr ein Fest auszurichten,
bei dem der Verein Gelegenheit hat, sich in der Heimat-
gemeinde darzustellen. Als im Jahre 1996, initiiert
durch den leider viel zu früh verstorbenen Grafinger
Mitbürger und Gönner Herrn Franz Singer, die ersten
Überlegungen zu einer neuen Uniform angestellt wurden,
kam der Gedanke des jährlichen Festes wieder zur
Sprache. Es sollte die finanzielle Grundlage für die
Neueinkleidung schaffen.
Nach dreimaligem, wetterbedingten Anlauf wurde 1998 das
„Erste Grafinger Hinterhof-Fest" aus der Taufe gehoben.
Mit Hilfe der örtlichen Gewerbetreibenden und vieler privater Gönner konnte die Finanzierung des
neuen Gewandes auf die Beine gestellt werden. Es wurde dann voller Stolz beim 50-jährigen Gründungs-
fest 2003 der Öffentlichkeit präsentiert.
Mit einem viertägigen Fest wurde im September 2003 der fünfzigste Geburtstag gebührend gefeiert.
Die Besucher genoßen das durchaus ausgefallene Programm - ob es der Theaterabend mit dem
"Königlich Bayerischen Amtsgericht" war oder die Discoparty mit dem Thema "Zurück in die 80er"
oder das Musikfest mit über 20 Spielmannszügen und Kapellen aus Nah und Fern - jeder fand etwas
für seinen Geschmack. Auch der Festwirt, unser ehemaliges Mitglied Erich Hilscher, tat sein Bestes
für das Gelingen des Festes und sorgt nicht zuletzt mit seiner Speisenauswahl für Verzückung auf
den Gesichtern der Gäste. Man kann sagen, dass Rehragout und Gulasch nicht all zu typisch für ein
Festzelt sind.
Der Spielmannszug hat sich bis heute weit über die engeren Grenzen der Heimat hinaus einen guten
Ruf erworben. Unter all den regionalen Festlichkeiten wie z.B. dem Einzug zum Grafinger Volksfest
oder diversen Feuerwehr- und Trachtenfesten waren die Mitwirkung beim Rosenmontagszug in Köln,
die beiden Musikfeste in Esselbach im Spessart und das 200-jährige Jubiläum der Gebirgsschützen-
kompanie Ellbögen in Österreich unvergessliche Erlebnisse für die Vereinsmitglieder.